Poemetrie
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Friends:: Stefanie Xamantao Psychosophie Ahora
Wenn ein Mensch gezeugt wird, könnten theoretisch zig Millionen unterschiedliche Menschen mit einem individuellem Ich entstehen, vorausgesetzt, jedes Spermium würde auf eine Eizelle treffen. Die Chancen, dass hier genau mein Ich oder Ihr Ich entstanden sind, waren genau so klein wie ein Sechser im Lotto mit der Superzahl. Statt meiner Person hätten Millionen andere entstehen können. Und diese Chance gab es bei meiner Mutter nur einmal, denn wäre diese Ei nicht befruchtet worden, wäre es für mich verloren gewesen. Ich würde nie als dieser Mensch, hier und jetzt auf der Welt herumgelaufen, egal wie viele Kinder auch immer meine Mutter noch bekommen hätte. Wenn ich dies berücksichtige und schätze, dass meine Mutter 30 Jahre lang ihre Regel bekommen hat und das ca. alle 4 Wochen, wird die Chance nochmal um den Faktor 400 kleiner. Diese winzige Chance können wir uns eigentlich gar nicht mehr vorstellen.
Diese Erkenntnis macht mich wahnsinnig, denn ich begreife welch unglaublicher Zufall notwendig war, dass ich auf dieser Welt herumlaufen kann und ein eigenes Bewusstsein mit mir herumtrage.
Gleichzeitig mit diesen Gedanken kommen (fast automatisch) Zweifel an der Authentizität eines Ich, welches mit einer Chance von 1:40.000.000.000 seine Existenz gefunden haben soll.
Anhänger einer Seelenwanderung, also die, die das Individuum von der Materie trennen, haben eine Antwort indem sie behaupten, es würde in einen (beliebigen) Körper ja nur eine andere Seele schlüpfen. Ich halte die Theorie der Seelenwanderung für einen Irrtum, weil sie zwischen intelligenten (mit Seele) und primitiven (ohne Seele) Lebensformen unterscheiden muss. Ein Ich scheint aber so individuell zu sein, so wie die genetischen Merkmale seines Individuums.
Ausserdem kann man sehr schön nachweisen, wie sich im Kleinkind ein Ich oder Bewußtsein manifestiert. Es wächst sozusagen heran während der neue Mensch beginnt, zwischen der Welt um ihn herum und seiner Person zu differenzieren. Doch schon treffen wir auf das nächste Phänomen. Ohne es wirklich richtig wahrzunehmen, schalten Menschen ihr Bewusstsein regelmäßig ab wie einen Fernseher.
Jeden Tag müssen wir das Bewusstsein ausschalten, wenn wir schlafen wollen. Aber auch nach einer Narkose, einem Unfall, scheint es selbstverständlich zu sein, dass das eigene Ich wieder wie gewohnt seinen Platz in uns einnimmt.
Ein Erklärungsversuch basiert darauf, dass wir die Summe unserer Erinnerungen und Erlebnisse gespeichert haben und beim Erwachen diese "Erfahrung" mit unserem Ich verschweißt ist und so das Bewusstsein beim Erwachen genauso herstellt wie Windows den Startbildschirm nach einem erneuten Start.
Kann es nicht möglich sein, dass sich das Ich mit dem Prozess des Erwachens immer wieder neu formiert wir aber den Eindruck haben, wir wären wir selbst obwohl sich dieser Zustand immer wieder neu einstellt? In diesem Falle gäbe es ein individuelles Ich auf der Bewusstseinsebene überhaupt nicht. Ohne dass wir es selbst je bemerken könnten noch die Möglichkeit der Bestätigung oder Widerlegung bestünde wären Bewusstsein und ich nur eine reflexhafte Wahrnehmung ohne Bezug zur wahrgenommenen Realität.
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