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So kommt Ordnung in deine MP3's

 

Jeder kennt die Probleme mit einer großen MP3 Sammlung. Die Dateien sind meist ungeordnet, die Tags falsch oder nicht vollständig, Songs doppelt oder mehrfach, fehlende Cover, usw. usw.

Herkömmliche Mediaplayer helfen da nicht weiter. Im Gegenteil, da Mediaplayer Musiktitel wiederum mit eigenen

Speicherstrukturen organisieren, vergrößern sie eigentlich das Chaos noch. Am schlimmsten, meiner Meinung nach, tut dies ITUNES. Solange ein

PC Besitzer nicht in die Organisation der Daten eingreift und keinen Fehler macht, mag alles gut funktionieren. Aber wehe Sie haben sich mit ITUNES einmal „verstrubbelt“,

dies verzeiht ITunes und auch andere Mediaplayer meist nicht. Dann helfen nur noch professionelle Computer Kenntnisse.

 

Vor dem Test und dem Erstellen dieser Anleitung habe ich Erfahrungen mit den meisten Programmen zur Organisation von MP3 gemacht. Die meisten waren wenig hilfreich

oder einfach unbrauchbar. Für automatisiertes taggen sind Programme erforderlich, die mittels Audio-Fingerabdruck einen Vergleich zu einer Webdatenbank durchführen.

Übrig geblieben sind nur 3 Programme, die wirklich brauchbar sind und einen Großteil der Arbeit automatisch verrichten. Und der Windows Media Player als notwendiges Übel.

In einem ausführlichen Test habe anhand von 214  MP3- Files im unterschiedlichsten Zustand deren Leistungsfähigkeit getestet.

Ihr braucht dafür folgende Programme:

Den neueste, kostenlose Version des WinAmp Mediaplayer (beinhaltet kostenloses Audio Taggen und benutzt hierfür die „Gracenote Media Database“)

http://www.winamp.com/media-player/de

winamp.png

Den Media Player MediaMonkey (zum organisieren der getaggten Musiksammlung in einem persönlichen Verzeichnis)

MediaMonkey ist übrigens darüber hinaus ein hervorragender Ersatz für den Virus, namens ITunes.

http://www.mediamonkey.com/

mediamonkey.png

Als professionelle, aber kostenpflichtige Lösung kommt das Programm TUNEUP daher.

(nicht zu verwechseln mit den TUNEUP Utilities, die ziemlicher Mist sind, im Gegensatz zum CCleaner)

Die Vollversion wird für 49,95$ angeboten, es gibt aber regelmäßig 30% Rabatt, ich selbst habe kurz nach der Installation

einen Rabattcode für 50% erhalten und zugeschlagen für 25$, das sind 19,23€ gewesen, darüber kann man nicht meckern.

http://www.tuneupmedia.com/

tuneup.png

Passt bitte darauf auf, dass jeder Mediaplayer während der Installation irgendwelche Gimmicks und Plug-Ins mit installieren will und natürlich eine Standard Verknüpfung zu deinen Medien

anlegen möchte. Wer das nicht möchte, verfolge aufmerksam die Installation und deaktiviere unerwünschte Features. Sonst gibt es später vielleicht mächtig Arbeit

alles wieder in den gewohnten Zustand zu versetzen. Besonders der WinAmp Player versucht auf dem PC einigen Mist zu installieren.

 

Wenn alles schön installiert ist, kann es losgehen. Ich verwende einen Rechner mit Windows 7 und benutze auch noch den Windows Media Player, welcher für den Einsatz von TuneUp

unerlässlich ist. Das hat verschiedene Nachteile, denn der Windows Media Player ist leider ein bisschen buggy. Das liegt daran, dass die Medien in einer Media-Player eigenen LIB verwaltet

werden.  Als ich meine Musiksammlung der Übersichtlichkeit halber in ca. 500 Files großen Häppchen überarbeitete, habe ich die bereits bearbeiten Files (logisch) gelöscht bevor ich das neue

Päckchen über den Dateipfad eingelesen haben.

Das führte einige Male dazu, dass ich im Mediplayer kein File mehr löschen konnte, obwohl die „echten“ Daten im verknüpften Pfad auch nicht mehr vorhanden waren.

Es bleibt einem dann nur noch übrig, die Media Player Library physikalisch zu löschen. Dazu gibt es einige Anleitungen im Netz, das Problem ist langläufig bekannt.

Hier ein Beispiel:

http://www.sevenforums.com/tutorials/114791-windows-media-player-rebuild-corrupted-libraries.html

Übrigens packt der Media Player von Windows auch noch alle Cover-Art in einen eigenen Cache obwohl sie letztlich im MP3 Verzeichnis zu finden sind. So tickt Microsoft!

 

Als erstes habe ich nun ein Sammelsurium von MP3 in unterschiedlicher Qualität in ein Separates Verzeichnis gestellt. Im Explorer lasse ich mir die Bitrate anzeigen und lösche

alle Stücke mit einer Bitrate < 96 kBit/s, also die mit schlechter Qualität.

Zum Schluss befinden sich nur noch MP3 im Verzeichnis, die ich behalten möchte.

explorer mp3

 

Den ersten Test starte ich mit WinAmp. Dazu wähle ich den entsprechenden Ordner mit der Funktion „Add Media to Library“ aus. In der Liste erscheinen meine 214 Files.

winamp2.png

Danach selektiere ich alle Files, öffne mit Mouseclick rechts das Menue und wähle über Send to: „Auto Tag“.

Um die Zeit zu messen, die WinAmp benötigt, notiere ich die Startzeit: 12:33 Uhr.

winamp3.png

Es öffnet sich das „Auto Tagger“ Window, hier klicke ich „Check All“ und warte auf den Abschluss der Analyse über das Internet.

Um die Zeit zu messen, die WinAmp benötigt, notiere ich die Startzeit.

Nach einiger Zeit ändert sich der Status von „Waiting“ nach „Looking up..“ zu  „Queried“ in  „Done“ oder „Unsure“ für ein unsicheres Ergebnis der Überprüfung. Nach ca. 8 Minuten ist die Analyse für die 214 Files abgeschlossen. Dies hängt aber sicherlich auch noch von der Bandbreite der eigenen Web-Verbindung ab.

winamptag.png

Ich selektiere alle Ergebnisse, auch die mit „Unsure“ gekennzeichneten, und wähle „Apply Changes“.

Dann überprüfe ich die Dateinamen mit den Ergebnissen der Meta-Daten, die mir WinAmp geliefert hat. Es gibt 10 Files,

die keine vernünftigen Informationen haben. Bei den übrigen ergibt ein erster Vergleich mit dem Dateinamen Übereinstimmung.

Die 10 nicht identifizierten Files lösche ich aus dem Verzeichnis.

Nun kann es an das Ordnen der MP3’s gehen. Dazu nutze ich das Programm MediaMonkey. Dem mache ich nun meinen Ordner bekannt.

Das ist immer noch „MP3_test_winamp“

 

Medmonkey1


Eine der wichtigen Funktionen ist hier „Auto Organize Files“. Ich markiere alle Dateien und will sie in Verzeichnissen

nach Artist einordnen. Gleichzeitig soll ein neuer Dateiname generiert werden, der sich aus <Title>_<Date>_<Genre>_<Artist> zusammensetzt.

Das erzeuge ich allerdings als Kopie in einem neuen Verzeichnis „organisiert“.

Wie ihr das machen wollt, ist eure Entscheidung, das Verfahren ist einfach. Man findet auf diese Art auch Duplikate, bei mir ist ein Titel doppelt aufgefallen,

so dass ich nun noch 203 Titel organisiert übrig habe.

So kann es gehen:

 MP3 taggen und organisieren

Weil MediaMonkey hier automatisch den neuen Ordner mit integriert, sind nun alle Titel in der Playliste erst einmal doppelt. (nobody is perfect) Man kann sich nun entscheiden,

welchen Ordner man wieder abhängt.

Noch besser ist es, wenn man gleich den Haken „Add copied files to library“ entfernt.

Das geschieht mit der Location Funktion (sh. oben). Mit Media Monkey lassen sich auch die Album-Daten laden, dies ist aber nur sinnvoll,

wenn man es Titel für Titel manuell durchführt.

Hier das schön organisierte Ergebnis:

filesorganisiert.png

 

Nun starte ich die gleiche Aufgabe mit TuneUp.

Dazu öffne ich den Windows Media Player, TuneUp öffnet sich automatisch mit diesem.

Man markiert wieder alle Titel, rechtsklick mit der Maus und nun „Senden an“ TuneUp wählen.

TuneUp startet die sogenannte „Clean“ Funktion.

tuneupclean.png

Ich merke mir wieder die Startzeit 14:06. TuneUp legt nun los und analysiert die Titel um die Metadaten zu ermitteln. 

Nach etwa 9 Minuten zeigt es an, dass es 20 sichere und 192 wahrscheinliche Treffer gibt. Ich entscheide, wie auch bei WinAmp,

alle Änderungen zu sichern indem ich „Save All“ klicke.

tuneupsave.png

 

Nachdem sämtliche Updates gelaufen sind, benutze ich wieder MediaMonkey um die Dateien umzubenennen und zu organisieren.

Nach einigen Anläufen habe ich die Daten vollständig, soweit das Programm eine Information ermitteln konnte. So bleiben schließlich

200 MP3’s übrig.

Für diese lasse ich nun die Album Art einlesen.

Man markiert wiederum alle Audio Files und wählt im TuneUp „Cover Art“. Die Suche wird mit dem Button  „Find missing Cover Art“ gestartet.

Danach kann man sich für jeden Song einzeln vergewissern, ob das richtige Album gefunden wurde. Ich habe alle gefundenen Alben gespeichert.

 

coverart.png

 

Damit die Alben je Album bei den zugehörigen Titeln abgelegt werden, habe ich die Titel in einer neuen Verzeichnisstruktur abgelegt.

Das hat wieder MediaMonkey erledigt.

Die neue Struktur: K:\my_music_folder\<Artist>\<Album>\<Title> - <Artist>_<Date>_<Genre>

medmonkeypfad.png

Im Windows Explorer sieht das Ergebnis so aus:

coverartexample.png

Fazit

 

Das kostenlose WinAmp und TuneUp zeigen durchaus vergleichbare Ergebnisse.

Bei der Gegenkontrolle konnte WinAmp etliche Dateien taggen, die TuneUp nicht identifiziert hatte und

umgekehrt. Es macht also durchaus Sinn, unvollständig getaggte Files jeweils ein zweites mal durch

das jeweils andere Programm analysieren zu lassen. Damit erreicht man eine 95% Qualität des

Ergebnisses. Für den Rest bleibt nur, entweder so lassen oder manuell nacharbeiten. Zeitersparniss

ist es allemal!

Tag(s) : #Computer

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