Der zwanghafte Wunsch, einen Sinn zu entdecken
Es ist ein Privileg des Menschen, nach Sinn zu fragen. Es ist das Ergebnis, dass eine Spezies zu denken - zu "sinnen" - beginnt. Intelligenz ist direkt verbunden mit der Frage nach Sinn.
Indem der Mensch nach einem Sinn forscht, wird er zum denkenden Wesen, das versucht, die Naturphänomene, seine (Um-)Welt, zu erklären.
Offensichtlich gibt es eine unerschöpfliche Gier nach Neuem, Neugier, und dem Wunsch nach Erklärungen -
Warum geht die Sonne auf und unter?
Woher kommen Blitz und Donner?
Wer macht den Sturm?
Was bedeuten die Jahreszeiten?
Warum sind wir hier?
Der Urmensch begann über diese Dinge nachzudenken und konnte sich nur vorstellen, dass mächtige Geister, die Götter oder der Gott hinter all dem Treiben auf der Welt stecken müssen, die Gesetze von einer Allmächtigen Instanz stammen. Jemand „nach seinem Bild“, so wie er selbst, nur viel, viel mächtiger und über alles erhaben.
Der moderne Mensch heute hat seine mächtigen Geister oder Götter entmystifiziert (zumindest teilweise). An deren Stelle trat die Wissenschaft - Astronomie, Mathematik, Quantenphysik,........
Die Gesetze scheinen in der Natur selbst zu liegen. Eine allmächtige Instanz scheint nicht nötig zu sein. Alles, was passiert, passiert, weil es in den Naturgesetzen bestimmt ist.
Es mag immer noch viele Menschen geben, die Erkenntnisse der Wissenschaften rundum ablehnen, gleichzeitige aber GPS oder Handy benutzen, die es ohne die Erkenntnisse der Naturgesetze durch Forschung nie geben würde.
Das Hauptmerkmal von Wissenschaft ist, dass sie ihre Vorhersagen beweisen muss. Theorien werden entwickelt und haben nur Bestand, falls sie durch Ergebnisse aus Versuchen bestätigt wurden. Erst dann gelten sie als abgesichert.
In den letzten Jahrhunderten wurden gigantische Fortschritte der Wissenschaften erzielt. Aber die Natur ist wie ein Exemplar der russischen Babuschka, jenem Püppchen, dass man in der Mitte öffnet und welches wieder ein neues Püppchen beinhaltet, und so weiter und so fort.
Hat die Wissenschaft eine neue Babuschka freigelegt, so findet sich nach einiger Zeit eine neue. So erging es Newtons Theorien durch die Entdeckung der Relativitätstheorie und Einstein durch die Ergebnisse der Quantenphysik. "Gott würfelt nicht!", hatte Einstein noch behauptet, bevor er das wissenschaftliche Ergebnis akzeptieren musste. Und dies beweist wiederum, wie auch ein brillanter Wissenschaftler weiter am Gottesglauben hängen kann.
Wir Menschen suchen nach einer Klärung des Sinn der Welt und damit indirekt ihrer Existenz. Wozu wäre unser Leben sonst nütze?
Ich versuche, mich mit einer Überlegung zu diesem Thema von einer anderen Seite zu nähern.
Nehmen wir einen Ameisenstaat von Waldameisen. Was ist der Sinn des Lebens einer ihrer Ameisen, nehmen wir eine Arbeiterin? Das lässt sich aus der Sicht des Menschen
kurz und bündig erklären.
Die Aufgabe der Ameise ist der Aufbau des Nestes, die Sicherung der Nahrungsversorgung, die Entsorgung von Müll.
Damit sichert sie den Fortbestand ihres Staates und der Art. Das ist der Sinn ihres Lebens. - Nicht mehr, nicht weniger.
Was ist also der Sinn unseres Lebens? - Nichts anderes!
In der Menschheitsgeschichte ging es immer um eine besondere Stellung des Menschen. Es ist schwer vorstellbar, für viele auch heute noch, dass Menschen nichts weiter als hochentwickelte Tiere sind. Indem eine Schöpfungstheorie aufgestellt wurde - nach dem Bilde Gottes ist er geschaffen - wollte der Mensch sich über alles herausstellen. Er war die Krone der Schöpfung, seine Welt lag im Mittelpunkt des Universums. Wer das in Frage stellte, wurde verbrannt. Nichts durfte an dieser Ideologie überprüft werden. Jeder sollte glauben und das Leben war eine Prüfung für eine bessere Zeit im Paradies. Quäle dich auf der Welt (für deinen Herrscher) und du wirst auferstehen. Wie gegenwärtig sind gleiche Gedanken auch noch heute.
Warum also sollte es für uns exklusiv einen Sinn geben!
Mag sein, dass wir verdammt sind, uns ewige Fragen zu stellen. Zu denken, zu schreiben, zu forschen, zu philosophieren.
Wenn wir vom Sinn sprechen, dann fragen wir uns nach dem Sinn des GANZEN. Das GANZE ist das, war wir als Menschen durch unsere heutige Technologie erfassen können, z.B. Quarks, Quasare, Schwarze Löcher, die Expansion des Universums, usw.
Warum ist etwas hier, warum bringt die Welt aus sich selbst Wesen hervor, die sich fragen über sie selbst stellen?
Dazu demnächst mehr.
Der Sinn des Lebens, der Welt, des Universums und von Allem (2)