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Was ist Erfolg und was bedeutet es uns, Erfolg zu haben? Manchmal sieht es so aus, als wäre das Antriebsmittel unserer modernen Gesellschaft allein das Streben nach Erfolg. Erfolg und Wachstum. Wer viel Erfolg in seinem Leben produziert, der erreicht auch ein größeres Wachstum. Und Wachstum ist der Motor, der die Industriegesellschaften antreibt. Im kleinen, persönlichen Umfeld sowie in

international tätigen Konzernen.  

 

Ist von Erfolg die Rede, so denken alle immer zunächst an einen beruflichen Erfolg. Man kann aber auch mit anderen Leistungen erfolgreich sein. Beispielsweise in seinem Sportverein, bei "Wetten Dass", bei DSDS.

Auch ein Kind zu bekommen ist eine Art von Erfolg. Anscheinend werden aber Frauen, die behaupten erfolgreiche Mutter zu sein und sieben Kinder in die Welt gesetzt zu haben als nicht so erfolgreich wahrgenommen.

Das beste Beispiel ist Fr. Von der Leyen die sicher als erfolgreich gesehen wird, aber nicht aufgrund ihrer Mutterschaft zu sieben Kindern. Wobei bei ihr die Anerkennung des Erfolges potentiell größer wirkt, grade weil sie es "trotz ihrer zahlreichen Kinder" so weit gebracht hat.

 

Erfolg ist also gekoppelt mit Anerkennung. Es wird anerkannt, dass jemand etwas geleistet hat und dafür gibt es eine Belohnung. Beispielsweise eine Beförderung oder eine Gehaltserhöhung.

 

Erfolg kann aber auch bedeuten, sich das Essen für diesen Tag besorgen zu können. Milliarden Menschen in den ärmsten Ländern wird dieser „Erfolg“ zuteil.

 

Erfolg ist der Erfolg aus dem eigenen Blickwinkel. Für den Einen ist es der Erfolg,

wieder eine Milliarde Dollar mehr auf dem Konto zu haben. Für den anderen den milliardsten Teil davon als Tageslohn verdient zu haben.

 

Diese Form des Erfolges hat pathologische Züge. In einer Weltgemeinschaft gleichberechtigter Menschen liegen 9 bis 10 Zehnerpotenzen zwischen Superreich und Superarm. Dies ist im Reich aller sonstigen Spezies einmalig. Was treibt das Tier "Mensch" zu dieser abartigen Erfolgssucht?

 

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Die Möglichkeit dazu.

 

Menschen bilden seit jeher hierarchische Gemeinschaften. Es hat auch andere Formen menschlichen Zusammenlebens gegeben. Aber diese Gemeinschaften wurden durch die Hierarchischen weitgehend ausgerottet. Hierarchie hat Vorteile, da sie sozial intelligenten Mitgliedern der Gemeinschaft die Möglichkeit eröffnet, an deren Spitze zu treten und über die Gemeinschaft zu befehligen. Solche Gemeinschaften sind erfolgreicher, weil sie ihre Interessen besser koordinieren können und sich so im Kampf um Ressourcen und Lebensraum durchsetzen.

 

Leider gibt es Nachteile, wenn die privilegierten Führer beginnen, ihre Gruppe auszunutzen. Da die Gesellschaftsmitglieder ihr eigenes Interesse dem der Gemeinschaft opfern müssen, haben sie sich der Macht zu beugen. Dies tritt besonders deutlich in Diktaturen zutage, in denen die Massen durch Demagogie und absolute Gleichschaltung und auch mittel Gewalt auf die Linie des Diktators gezwungen werden.

 

In Demokratien geschieht dies wesentlich subtiler. Durch die Gewaltenteilung und die theoretische Regierung des mündigen Bürgers sind Gewalt und Demagogie keine probaten Mittel. Vielmehr bedient man sich der Einteilung der Gesellschaft in Schichten. Bildungsschicht, bildungsferne (!!) Schicht, Protestanten, Katholiken, Berufspolitiker, Beamte, Arbeitnehmer, Mittelstand, Oberschicht, Unterschicht, usw.

 

Zwischen diesen Schichten versucht die Politik ein diffiziles Gleichgewicht herzustellen, das natürlich immer wieder justiert werden muss und seine Untertanen in Zwangslagen bringt. Aus abgeleiteten, fiktiven Sachzwängen lassen sich sämtliche unangenehmen Eingriffe rechtfertigen, die den gemeinen Bürger in seiner gesellschaftlichen Falle festhalten.


Das führt zu Slogans wie: „Wir müssen die Unternehmenssteuern senken, um den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver zu machen und Arbeit für alle zu sichern.“

 

Unsere heutigen Demokratien sind wirtschaftlich diktierte, dem Sachzwang geopferte, dem ökonomischen Imperativ folgende, pseudoliberale Gesellschaften.Womit wir wieder beim Ausgangspunkt der Geschichte wären, - dem Erfolg. Nur der Erfolg bestätigt, dass diese Gesellschaftsform die erstrebenswerte ist. Ich kann in dieser Gesellschaft (und jedem steht doch frei, das Gleiche zu tun) alles erreichen, wenn ich nur will.


Doch diese Gleichberechtigung ist nur Augenwischerei. Tatsächlich gelingt es nur wenigen Menschen, aus ihrer eigenen Schicht zu entkommen (und die dienen zeitlebens als Bestätigung des „guten Systems). Denn wer schon zur Elite gehört, dem stehen natürlich schon in der Wiege alle Türen und Tore offen.

 

Also sind die Anderen nur zu dumm oder zu faul? Wohl kaum, aber leider erfolglos.

 

Wer sich all dies vor Augen führt, dem wird klar, wie wichtig Erfolg in unserer Gesellschaft ist und wie demütigend der Misserfolg. Für manchen „Versager“ in dieser „Ökonomie“ steht am Ende sogar der Selbstmord. ( Und das, obwohl er immer noch um 4 Zehnerpotenzen reicher ist, als der ärmste Afrikaner. Es leider nicht wahrnimmt, denn dieses Leid ist einfach zu weit weg und das eigene Leid ist (leider) immer das Schlimmste Leid)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tag(s) : #Grosse Gedanken

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