Auf der diesjährigen SAPPHIRE verspricht SAP den Kunden, dass sie künftig auf Datenbanken verzichten können. REAL Realtime heißt das Konzept, bei dem sich alle Daten einfach auf den Speicherchips des Rechners befinden und nicht mehr auf Festplatten. Ein Komprimierverfahren soll gleichzeitig das Volumen reduzieren. Bei Löschungen bleibt die historische Information erhalten, so dass jederzeit die Entwicklung von Information im Speicher nachvollziehbar bleibt.
Mit dieser Innovation, wenn sie denn auch so kommt, kann man dann getrost auf die separate Speicherung für BI Systeme (Business Warehouses) verzichten.
Die Erläuterung der technischen Lösung erinnert ein wenig an alte Speichermethoden zu Großrechner Zeiten der IT, als es noch keine Datenbanken gab, sondern auf indexsequentiellen Dateien gespeichert wurde, nur dass diese jetzt im Hauptspeicher liegen.
Hat SAP Konzepte aus den 70er Jahren wieder herausgeholt? In diesen Zeiten war Speicher knapp und sehr teuer und Programmierer mussten noch effizient programmieren.
SAP hat von jeher seine Software nicht auf bestimmte Datenbanken limitiert. Es läuft auf allen gängigen DBMS.
Bei dieser Strategie helfen die Hardwarehersteller. Systeme mit 64 oder 128 CPU und bis zu 2 Terabyte (2000 GB) Realspeicher sind demnächst verfügbar. Der Datendurchsatz beträgt 2 MB je Millisekunde und Prozessor. Bei einem 64 CPU Unit also theoretisch 128 Gigabyte / sek.
Für traditionelle DBMS Hersteller wie Oracle kann diese Strategie der SAP eine ernste Gefahr darstellen. So fällt der Kurs von ORACLE gestern um gut 1%. Ich vermute, dass dies aber eher auf die Turbolenzen an den Finanzmärkten zurückzuführen ist.