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Stehen wir vor den größten Veränderungen seit Beginn der Industrialisierung?


Unser Planet beherbergt mittlerweile über 7 Milliarden Menschen. Täglich werden es mehr. Würden alle diese Menschen den gleichen Lebensstandard wie der durchschnittliche Amerikaner führen, wäre die Erde bereits verwüstet. Diese Berechnungen sind unwiederlebbar. 20% der Menschheit leben auf Kosten der Ärmeren in einem nicht gerechtfertigtem Luxus.

 

Aber könnte man nicht wenigstens den Hunger besiegen?


Technologische Lösungen oder eine effizientere Landwirtschaft sind keine probaten Mittel mehr. Im Gegenteil!  Moderne Landwirtschaft hat zur Verödung der Agrarflächen und verstärkter Erosion geführt. Klimawandel und Wasserknappheit leisten ihr Übriges zur Misere. Die Nutzbaren Flächen in der Landwirtsschaft haben im Verlauf der Jahrzehnte abgenommen. Die Gentechnik wird das nicht kompensieren, bringt aber neue, weitaus schlimmere, Risiken in das Ökosystem. Der Verbrauch von Kunstdünger ist im gleichen Zeitraum exorbitant gestiegen. Ganau wie der Verbrauch von Herbiziden und Pestiziden.


Die Nahrungsmittelindustrie von heute gibt ein Vermögen für Laboruntersuchungen auf schädliche (Rückstände in der Nahrung aus, nur um die gesetzlichen Limits nicht zu überschreiten. Und niemand kann sagen, ob eine Einhaltung der Grenzwerte das Risiko für den Menschen begrenzt. Die große Zunahme an Allergien schon bei kleinen Kindern spricht eigentlich dagegen. Anscheinend wird dem Immunsystem durch die Chemie im Alltag so zugesetzt, dass es "verrückt spielt". Die Folgen zeigen sich in der Kostenexplosion des Gesundheitswesens. 

 

Niemand möchte es glauben und noch weniger wahrhaben. So sehr haben wir uns an einen wunderbare Luxus unerschöpflicher Energiequellen und Ressourcen gewöhnt.

 

Ich finde es seltsam, wie es möglich ist, dass, obwohl die Zeichen der Zeit so klar und deutlich am Horizont abzulesen sind, sich so viele intelligente Professoren, Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter, Politiker, etc. hinstellen und diese Fakten abstreiten.


Die wesentlichen Fakten aber sind

 

Die weltweiten Energieressourcen gehen zur Neige

Ein gigantischer Klimawandel zeichnet sich ab

Die Umweltzerstörung und Ausrottung der Arten schreitet fort

Die weltweite Armut steigt vor dem Hintergrund einer ungebremsten Bevölkerungsexplosion

Globale Finanzmärkte destabilisieren die Wirtschaft

 

Verderben Nr. 1 – Unkontrollierte Verbrennung fossiler Brennstoffe

 

Bei den fossilen Brennstoffen handelt es sich um nichts anderes als die Abfälle von über 3 Milliarden Jahren Leben auf der Erde. Wären diese „Kadaver“ einfach auf der Oberfläche des Planeten liegen geblieben, so wäre die Erde unbewohnbar geworden und kein Leben mehr möglich. Unsere superintelligente Natur hat aber genau das geschafft, was dem Menschen mit den Atom-Endlagern nicht so recht gelingen will. Die Überreste wurden durch die sich ständig verändernde Oberfläche der Erde in diesen 2 Milliarden Jahren in den Untergrund verbannt und dort versiegelt. - Einfach genial!

 

Kohle-, Braunkohle-, Erdöl- und Gasvorkommen als riesige Endlagerstätten. Alles hätte friedlich bleiben können, wenn nicht plötzlich das dunkle Kapitel der Förderung dieser „Rohstoffe“ durch den Menschen begonnen hätte. Die Entdeckung der Kohle wird im 12. Jahrhundert datiert. Vorher wurden nur regenerative Energieformen genutzt. Hätte man also vor der Förderung dieser Energieträger die Solarzellen und Windkraftwerke erfunden, gäbe es keine Kohle- und Erdölindustrie und wahrscheinlich auch keine Kernkraftwerke.

 

Andererseits sind industrielle Entwicklungen, die Hochtechnologie hervorbringen, auf eine Epoche in der Entwicklung einer intelligenten Spezies unbedingt notwendig um zunächst billig die nötigen Energien - hauptsächlich in Form von Elektrizität und Transport - zur Verfügung zu stellen, mit denen die Hochtechnologie erst ermöglicht wird. Ferner sorgt billige Energie für die Voraussetzung, dass viele Individuen der Population im Wohlstand leben können und somit lange Ausbildungs- und Lebenszeiten die erforderliche Intelligenz hervorbringen können, die für die wissenschaftliche Forschung unabdingbar ist.

Erst mit Beginn der industriellen Revolution wurde das Tor für eine exponentielle Entwicklung neuer Technologien aufgestoßen.

 

Dazu werden die natürlich entstandenen Abfälle der Erdgeschichte als Rohstoff verwendet und umgeformt. Da diese Ressourcen endlich sind, entscheidet sich am Ende dieser Epoche, ob die Spezies in der Lage war, sich auf eine 100% Recycling-Wirtschaft umzustellen. Schafft sie das nicht, so löscht sie sich selbst aus oder reduziert durch Kriege um die letzten Ressourcen ihre Population so, dass sie sich wieder in ein natürliches Gleichgewicht mit der Natur einpendelt.

Ein anderes mögliches Szenario ist dabei der Rückfall in eine Post-Technologie-Epoche, in der alle Erkenntnisse und Produkte der Hochtechnologie vergessen oder verstoßen werden und die neue Gesellschaft nach Regeln leben wird, die Wissenschaft und Technik verdammen.

 

Das zweite Szenario ist die friedliche Lösung aller Konflikte, die durch die Rohstoffkrise entstehen. Das größte Problem ist dabei trotzdem eine Notwendigkeit zu einer gigantischen Reduktion der Erdbevölkerung von heute ca. 7 Milliarden auf  knapp 1 Milliarde. Eine evolutionäre Entwicklung in diese Richtung kann ich mir nicht vorstellen. Realistischer sind Kriege, Naturkatastrophen verursacht durch  Umweltzerstörung, Seuchen und ähnliche Genozide.

 

Für den Zyklus einer Welt, wie der unsrigen,  auf der sich kohlenstoffbasierte Lebewesen entwickelt haben, kann man über folgenden Zyklus spekulieren:

 

Das Sonnensystem und die Planeten entstehen aus den Resten einer Sternenkatastrophe eines Riesensterns, vielleicht eine Supernova (ohne diesen Vorgang kann ein Stern in der Größenordnung unserer Sonne keine schwereren Elemente, als den Sauerstoff, fusionieren. Sterne mit ca. 50 Sonnenmassen schaffen es bis zum Eisen)

 

Liegt ein Planet mit ausreichender Masse und einer guten Zusammensetzung von Elementen im gemäßigten Bereich seiner Sonne, so kann sich Leben entwickeln.

 

Es dauert hunderte Millionen Jahre, bis sich aus primitivsten Lebensformen erste höhere Lebewesen entwickelt haben werden. Wichtig ist dabei, dass genügend Wasser zur Temperaturregelung und zum Aufbau einer Atmosphäre vorhanden ist.

 

Durch Evolution können sich die Arten weiter entwickeln. Kommt es über Milliarden von Jahren zu keinem Supergau (z.B. durch Kollision mit einem Planetoiden), durch den das Leben vollständig ausgelöscht wird, so kann sich intelligentes Leben entwickeln, - oder auch nie. Im zweiten Fall bleibt der Planet auf Ewig ein ZOO.

 

Intelligentes Leben kann innerhalb von Millionen von Jahren die Fähigkeit zur Sprache entwickeln und Werkzeuge sowie Waffen zur Jagt konstruieren. Damit wird ein erstes Ressourcen-Problem minimiert, -  nämlich ausreichend Nahrung für mehr Individuen der Spezies zu beschaffen. Durch die Möglichkeit einer besseren Verteidigung das Überleben der Stärksten sichern.

 

Resultat dieses Entwicklungsschubes sind im Weiteren Kultur, Zivilisation, Religion, Führungsstrukturen, Staatenbildung. Naturgesetze werden nicht verstanden, man lebt in einer gottgegebenen Welt. Die Bevölkerung und der Wohlstand nehmen zu. Das zwingt zu Organisation und Regeln. Besonders geschickte oder intelligente Personen definieren Regeln und bilden eine Führungsschicht. Es findet eine Aufgabenverteilung statt. Man führt Kriege gegen andere Staatengruppen um seinen Machtraum zu vergrößern, sich Vorteile zu verschaffen oder sich zu verteidigen.

Dieser Prozess dauert einige 10.000 Jahre.

 

Der nächste Schritt ist die Entwicklung von Wissenschaft und Forschung. Die Spezies wächst weiter. Sie fängt an, immer größere Bauwerke zu erschaffen. Ein Zahlensystem, Mathematik, Physik und Philosophie entwickeln sich. Einige Staaten können immer bessere Waffensysteme konstruieren und unterwerfen ganze Kontinente.

 

Die jetzige Gesellschaft lebt immer noch auf 100% Basis regenerativer Energiequellen, wie Wasser, Holz, Tierprodukte, Windkraft. Für den Transport werden Tiere eingesetzt.

 

Irgendwann, in Europa vor ca. 800 Jahren, wird Kohle als erste fossile Energiequelle entdeckt. Man kann diesen Rohstoff verbrennen und hat damit vermeintliche eine unerschöpfliche Energiequelle entdeckt. Die Wissenschaften entwickeln sich weiter. Religion verliert ihre Bedeutung als allumfassendes Wertesystem, das alle Fragen der Welt beantwortet. Die Welt ist jetzt keine Scheibe mehr. Man schaut in den Weltraum. Mathematik und Physik werden komplexer.

 

Diese Entwicklung findet ihren Höhepunkt in der Entwicklung von Maschinen, die mit fossiler Energie betrieben werden. Plötzlich kann menschliche Leistung und Transport exponentiell erhöht werden. Dies führt auch zum Umsturz der Systeme, denn es gibt Menschen, die mit den Maschinen reich werden und die Massen unterjochen. Revolutionen der Unterjochten zerstören die Monarchien und es entstehen parlamentarische Regierungen oder sozialistische Gesellschaften sowie Diktaturen. Am höchsten entwickelte Staaten annektieren die Schwachen und treiben einen Kolonialismus zu seinem Höhepunkt.

 

Die Wissenschaft entwickelt sich mit immer größerer Geschwindigkeit weiter. Die Medizin macht epochale Fortschritte. Als Folge beginnt die Weltbevölkerung zu explodieren.

 

Weitere Energieträger werden gefunden, erst das Erdöl, dann die Kernenergie. Energie ist im Überfluss und spottbillig zu bekommen. Waffensysteme werden immer perfekter. Im Größenwahn der Möglichkeiten ereignen sich die schlimmsten Kriege aller Zeiten. Dieser Trend ist bis heute ungebrochen. Mit der Entdeckung der Kernkraft ist sogar die komplette Vernichtung der ganzen Welt durch den Menschen faktisch möglich. Dass sie nicht eintritt, ist Zufall und ein Wunder zugleich. Aber dennoch ist dieses Kapitel noch nicht vollständig abgeschlossen.

 

Die Spezies erreicht den Peak verfügbarer Ressourcen. Fossile Energie wird unerschwinglich teuer. Dies zwingt zum Ausweichen auf regenerierbare Energien. Allerdings stehen jetzt die Technologien zur Verfügung, ausreichend Energie für eine weitere technologische Entwicklung bereitzustellen. Der Prozess ist aber schmerzhaft. Einerseits wird Energie für Drittländer unerschwinglich, andererseits haben sie keine Mittel für die Alternativen. Die Hemmschwelle, sich das Recht auf Energie und Wohlstand zu erkämpfen, sinkt. Überbevölkerung und Umweltzerstörung zwingen zur Schonung der Welt-Ressourcen. Es wird klar, dass dies nicht schnell genug zu korrigieren ist. Der Ausgang dieses Szenarios bleibt offen. Es wird in der Wirkung aber deutlich drastischer werden als die industrielle Revolution.

 

Die Menschheit ist am Scheidepunkt angekommen.

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Tag(s) : #Umwelt

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