Kann man Klugheit messen?
Wer ist denn überhaupt klug?
Wenn ich nicht klug bin, kann ich das dann ändern?
Sind Klugheit und Intelligenz das Gleiche?
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen bei "Wer wird Millionär" und können alle Fragen beantworten. Man würde sie wahrscheinlich für klug halten. Klugheit ist eine eher umgangssprachliche Eigenschaft, die nicht so recht mit einer Messlatte aufwartet.
"Der Klügere gibt nach", ist so ein nettes Sprichwort. Doch es ist wohl nicht wirklich klug, auf sein Recht zu verzichten, wenn es einem zusteht und man durch den Verzicht Nachteile erleiden würde.
"Die kluge Hausfrau", lautet der Titel eines Haushaltsratgebers.
Klug könnte einer gehalten werden, der viel weiß. Das ist nicht gleichbedeutend mit Intelligenz. Es ist möglich, kaum Allgemeinwissen zu haben und trotzdem intelligent zu sein. So kommt es vor, dass hochbegabte Wissenschaftler ihre ganze Zeit nur wissenschaftlichen Studien widmen und im wahrsten Sinne des Wortes keine Ahnung vom Leben und Wissen der Normalsterblichen haben.
Als klug können aber auch Verhaltensweisen im täglichen Leben tituliert werden. Ein geschickter Umgang mit Menschen oder verzwickten Situationen erweckt eine Eindruck von Klugheit. Es könnte aber auch aalglatt, emotionslos, raffiniert, hinterhältig oder eiskalt sein.
Ein kluger Verkäufer preist nur die Vorteile eines Produktes und verschweigt Mängel. Das tut er sehr überzeugend, so dass die Masse ihn auch für klug hält:"Der Hr. Kaiser versteht wirklich was von Lebensversicherungen. Respekt!"
Es gibt Menschen, die auf kluge Art und Weise Themengebiete betreuen können, von denen sie nicht des blassesten Schimmer haben. Am häufigsten tauchen sie in Politik und Beamtentum auf. Die Themen, womit sie sich befassen lauten "Gesundheitsreform", "Steuerreform", ihre Titel lauten, "Finanzminister", "Bundeskanzlerin", "Aussenminister".
Klugheit ist ein Begriff, der so oder anders gedeutet werden kann. In der Regel sind kluge Menschen Wissensträger, die ein vielfältiges Repertoire an Fakten aufsagen können. Eben auch bei "Wer wird Millionär". Oder im Schulalltag.
Schule ist ein schöner Platz, an dem kluge Leute gezüchtet werden denn gute Noten erhalten Schüler, wenn sie ein Thema gut auswendig nachplappern können. Nur wenige Pädagogen legen Wert darauf, dass "Wissen" auch verstanden wurde! Ich meine nun nicht grade Geschichtswissen. Das muss man sich sicher aneignen. Vielmehr sprech ich von Naturwissenschaften. Hier kommt es darauf an, dass Zusammenhänge wirklich deutlich werden und nicht etwa Formeln auswendig zu lernen sind. Wissenschaftliches Wissen muss nicht stur auswendig gelernt werden denn es läßt sich rekombinieren.
Hat man Grundzusammenhänge verstanden, so lassen sich Formeln daraus ableiten. Wenn ich weiß, das Geschwindigkeit ein Messwert aus Strecke innerhalb einer definierten Zeit ist, kann ich die Formel daraus ableiten. Das gilt selbst für komplexeste Sachverhalte. Hierfür ist dann die Intelligenz zuständig. Intelligenz ist eine wesentlich bedeutendere Leistung als eine kaum verifizierbare Klugheit.
Also vorsicht vor allzu klugen Leuten oder solchen, die sich für klug halten.
Nehmen wir Theodor von Guttenberg als das Beispiel eines klugen Menschen. Diesen Eindruck hatte er ganz gut erweckt. Bis zur Plagiatsaffähre.
