Ich darf gestehen, dass ich kein religiöser Mensch bin.
Im theologischen Sinne habe ich somit keinen Glauben. Dennoch behaupte ich von mir, nicht ungläubig zu sein. Die Religionen des Abendlandes sind aber für mich eine Form der Philosophie, der ich nicht folgen kann, da sie für viele Verbrechen der Vergangenheit und heute herhalten!
Religion stammt aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen, als es erforderlich wurde, ethische und moralische Grundsätze für Gemeinschaften zu definieren und das barbarische Leben aufzugeben.
Der Mensch war entwicklungsgeschichtlich bereits in der Lage, sich komplexe Fragen seiner Existenz zu stellen und man lebte in größeren Gemeinschaften, später Staaten. Leider wußte er fast nichts über die Naturgesetze, also mußte eine göttliche Kraft her, die für alles verantwortlich war, was der eigene Verstand zu der Zeit nicht erklären konnte. Sterne, Sonne, Jahreszeiten, Wind, Wetter, Vulkane, Erdbeben, - alles göttliche Kräfte.
Da die frühen Menschen anfingen in großen Gemeinschaften lebten, brauchten sie Gesetze, die Regelen für ein Zusammenleben definierten. Diese Gesetze wurden durch den Stammesältesten, den Häuptling, den Anführer oder Monarchen vertreten. Das waren weltlich diktierte Gesetze, da Menschen sie selbst definiert hatten.
Findige Intelektuelle der damaligen Zeiten beließen es aber nicht bei einer weltlichen Begründung dieser Gesetze, sondern erklärten sie als von Gott gegeben. Ein göttliches Gesetz, direkt von einem Gott erlassen und aufgeschrieben durch den abgesandten Gottes ließ sich durch nichts erschüttern. Welcher irdische Wurm könnte sich erdreisten, Gottes Gesetz in Frage zu stellen?
Auch in der Neuzeit gibt und gab es immer wieder Personen, Sektenführer genannt, die dieses Vorgehen im Prinzip kopieren um ihre theologische Philosophie in der Gesellschaft zu etablieren und ggf. auch wirschaftlich davon zu profitieren.
Religion ist ein Ergebnis kultureller Entwicklung und bestimmt das Leben der Menschen so sehr, dass sie selbst heute einen der größten Einflussfaktoren auf der Welt darstellt. - Mit allen negativen Aspekten.
Da wo es keinen Wohlstand, keine Nahrung, keine Gerechtigkeit, keinen Schutz, kein Gesetz und keine Liebe gibt, wird sie für die Menschen zum wichtigsten und oft einzigen Lebensinhalt. Theoretiker gehen so sogar so weit, zu behaupten, dass menschliche Intelligenz kulturell zwingend ein religiöses Denken entwickelt.
Religion wäre somit in unseren Genen definiert!
Religion - Schöpfung durch den Menschen
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